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By Friedrich Ani

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Nicht eindringlicher als das Schnarchen eines Engels und ebenso selig. Vor lauter Zuhören merkte ich nicht, wie ich selbst einschlief. Und als ich am Morgen erwachte, lag ich allein auf dem Boden, eingehüllt in eine Kamelhaardecke, in einem Zustand unvorstellbarer Einsamkeit. 48 VII N ach dem Morgengebet zögerte ich, das Zimmer zu verlassen. Ich stand am Fenster, das von einem Tuch verhangen war und betrachtete die Glaskugeln in der Tonschale. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Wenn ich eine der Kugeln in die Hand nahm, veränderte sie ihre Farbe, bunte Sterne schienen in ihrem Inneren zu kreisen, und je nachdem, wie das Licht darauf fiel, tanzten sie.

Fragte ich und hatte sofort Angst vor der Antwort. Zum Glück merkte Rut nichts davon. »Noch nicht«, sagte sie. »Mein Vater sucht gerade einen Verlobten für mich aus. Und er sagt, das Fest ist ein heiliger Anlass dafür. Und weil ich in den vergangenen Wochen öfter das Haus allein verlassen habe, ohne zu sagen, wohin ich gehe, und später auch nicht gesagt habe, wo ich war … Ich bin nur herumgelaufen, nichts weiter. Ich seh den Arbeitern zu, wie sie den Tempel vervollkommnen, und ich beneide sie um ihre Arbeit … Also hat mein Vater gedacht, er bindet mich besser an.

Wenn meine Brüder und Freunde mich jetzt gesehen hätten, wären sie sehr erstaunt gewesen. Sprachlos erlebten sie mich selten. Ohne dass ich es wollte, musste ich an meine Brüder Jakobus, Josef und Simon denken und an meine Freunde Phillipos und Lukas, mit denen ich jede Minute verbrachte, wenn ich nicht in der Werkstatt meines Vaters arbeitete oder in der Synagoge betete. Ich saß da und kaute mein Schweigen wie einen Kanten hart gewordenes Brot. Und in meinem Kopf hallte die Frage wider: Willst du sie zur Frau nehmen?

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